Shopware 5: Die beste aller Einkaufswelten?

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Liefert Shopware 5 tatsächlich “Emotional Shopping on any Device”? Und wie gut lassen sich die integrierten “Einkaufswelten” und das “Storytelling”-Feature in der Praxis einsetzen? Sind geräteübergreifende Einkaufserlebnisse tatsächlich so einfach und wirkungsvoll umsetzbar, wie es die Schöppinger Softwareschmiede vollmundig und bildreich verspricht? In diesem Blogbeitrag liefern wir Antworten auf diese und weitere Fragen rund um Shopware 5, das momentan womöglich zukunftsweisendste aller Shopsysteme.

Was genau ist Emotional Shopping?

Hinter dem hierzulande nicht zuletzt durch Shopware 5 virulent gewordenen Buzzword ‘Emotional Shopping’ verbirgt sich ein vielschichtiges Marketingkonzept. Die Idee dahinter ist, dass sich zufriedenere Kunden und höhere Umsätze generieren lassen, wenn der Kaufprozess online wie offline durch gezielt eingesetzte Strategien und Mittel emotional ansprechend gestaltet wird. Dazu gehören das Kreieren einer besonderen Atmosphäre, die Inszenierung von Produkten als Elemente einer erlebbaren Welt und ein informatives, möglicherweise interaktives Angebot, das weit über die bloße Präsentation des Sortiments hinausweist.

Mehr zu diesem spannenden Thema haben wir übrigens in unserem Beitrag zum Emotional Shopping zusammengetragen.

Emotional Shopping on any Device?

Shopware hat den Schritt von der Version 4 zu Shopware 5 als regelrechten Quantensprung inszeniert und dabei weder Kosten noch Mühen gescheut: Kinofilm, Website-Relaunch, Marketing-Tour, Neustart des User Group Programms – und so weiter.

Aber das alles nur wegen der neuen Version eines Shopsystems mit den ihr eigenen Neuerungen und Verbesserungen? Ja, denn die haben es in diesem Fall tatsächlich in sich. Und zwar gleich in mehrfacher Hinsicht, denn neben den üblichen Verbesserungen (Bugfixes, verbesserte Performance, neue kleinere Features) gab es diesmal gleich zwei große Würfe.

Zum einen eine große Neuerung, nämlich den Übergang von Shopware zum Responsive Webdesign (RWD) in Form eines sehr sorgfältig umgesetzten responsiven Default-Themes. Und zum anderen eine umfangreiche Verbesserung durch die Überarbeitung der “Einkaufswelten” und die Integration eines intelligenten “Storytelling” Features.

Sehr wichtig ist dabei: Shopware hat großen Wert darauf gelegt, beide Aspekte – Responsivität und die Emotional Shopping Funktionen – eng miteinander zu verknüpfen. Daher die Losung “Emotional Shopping on any Device”. Aber ist die Bereitstellung eines einfach zu bedienenden Rahmens für das Schaffen von geräteübergreifend wirksamen und intensiven, einzigartigen und emotionalen Einkaufserlebnissen tatsächlich gelungen?

Einkaufswelten in Shopware 5

Der Reihe nach. “Einkaufswelten” gab es in Shopware schon vor der Version 5 – aber für das jüngste Major Release wurde das Feature noch einmal gründlich aufgefrischt. Damit stehen nun beeindruckende Funktionen zur Verfügung, die unkompliziert und übersichtlich vom Adminbereich aus zu steuern sind.

Mit Drag-and-Drop und WYSIWYG, also ganz ohne Kenntnisse in Skriptsprachen, lassen sich mithilfe eines intelligenten Layout-Rasters sehr unkompliziert individuell gestaltete Bereiche schaffen, in denen Kunden Artikel aus dem Shop in einer ansprechenden, lebensnahen Umgebung präsentieren können. Neben weiterführenden Informationen in Textform lassen sich auch weitere Medien – insbesondere hochwertige und stimmungsvolle Bilder einbinden, die für eine besondere und unverwechselbare Atmosphäre sorgen. Dabei genügt es, ein hochauflösendes Bild einmal hochzuladen. Shopware übernimmt das Skalieren für die unterschiedlichen Positionen und Größen in den Grids auf unterschiedlichen Endgeräten dann automatisch.

Damit ist den Schöppingern tatsächlich ein ganz großer Wurf gelungen: ohne Extension stehen Shopbetreibern in Shopware 5 Marketing-Möglichkeiten zur Verfügung, von denen die Anwender anderer Shopsysteme nur träumen können – und dabei fällt das Erstellen und Gestalten der Einkaufswelten auch noch ausgesprochen unkompliziert aus.

Allerdings gilt auch: eine Einkaufswelt ist nicht in ein paar Minuten zusammengeklickt. So leistungsfähig dieses Feature ist, so hoch sind auch die Ansprüche an die gründliche Vorbereitung einer Einkaufswelt. Damit am Ende auch wirklich ein rundum gelungener Rahmen für intensive Einkaufserlebnisse entsteht, muss zuvor allerhand bis ins Detail ausgearbeitet werden.

Eine Einkaufswelt steht und fällt mit der Nutzerführung und will in dieser Hinsicht minutiös geplant sein, denn immerhin soll sie schließlich dazu dienen, Besuchern Teile des Sortiments in einer anregenden und lebensnahen Umgebung zu präsentieren, um sie so zu begeisterten Kunden zu machen.

Auch Layout und Design von Einkaufswelten müssen im Vorfeld genau vorbereitet werden – und zwar für alle gewünschten Endgeräte. Und schließlich gilt es, Bildmaterial und gegebenenfalls andere Medien in hervorragender Qualität zu beschaffen oder zu produzieren, damit die Besucher auch wirklich gern und tief in die Einkaufswelt eintauchen.

Das heißt unterm Strich: Shopbetreiber können Einkaufswelten dank den großartigen Features von Shopware in jedem Fall problemlos pflegen, erweitern und verändern. Aber zumindest für die Konzeptionsphase werden viele trotzdem noch die Dienste einer in Shopware, Marketing und Design versierten Agentur in Anspruch nehmen müssen.

Storytelling mit Shopware 5

Vollkommen neu in Shopware 5 ist das Storytelling-Feature in Shopware 5. Es ähnelt in vielerlei Hinsicht den Einkaufswelten und ermöglicht – so wird es auch im Adminbereich abgebildet – in gewisser Weise das Erstellen einer ganz besonderen Art von Einkaufswelten.

Mithilfe dieses Features können Kunden über aufeinander folgende Abschnitte auf kleine Reisen durch den Shop und sein Sortiment mitgenommen werden. So lassen sich aus Anwendungsbeispielen, emotionalen Elementen, relevanten Informationen und anderem mehr unterhaltsame und spannende “Stories” knüpfen, Geschichten erzählen, die fesselnde Einkaufserlebnisse ermöglichen.

Über sogenannte Sideviews lassen sich durch Klicks oder Gesten auf ein Bild diejenigen Produkte anzeigen, die darin thematisiert werden – und zwar innerhalb der Einkaufswelt beziehungsweise Story und ohne Wechsel in die eigentliche Shop-Ansicht. Und wer mehr Informationen zu einem Produkt wünscht, klickt oder toucht es an und erhält in einem Quickview die gewünschten Einblicke inmitten der emotional ansprechenden Umgebung, so dass er in der erzählten Geschichte anschließend nahtlos fortfahren kann.

Das ermöglicht Storytelling (mehr zu diesem spannenden Marketing-Konzept in unserem Blog-Beitrag zum Thema) par excellence – und zwar responsiv, denn auch das Storytelling Feature in Shopware 5 ist natürlich geräteübergreifend einsetzbar. Aber konzeptionell stellt es Shopbetreiber vor dieselben hohen Anforderungen wie die Einkaufswelten und wird es für Onlineshops ohne eigene Design- und Marketing-Abteilung ebenfalls nötig machen, eine Agentur für die Erarbeitung eines rundum stimmigen Rahmens mit ins Boot zu holen.

Sehr ärgerlich für die Nutzer der Open Source Variante von Shopware 5 ist, dass das Storytelling “Advanced Feature” und daher nicht in der Shopware 5 Community Edition enthalten ist. Für die Nutzer der kostenpflichtigen Editionen ist es aber ein sehr leistungsfähiges Instrument, für das Shopware ein umfangreiches How To: Storytelling mit Shopware 5 bereitgestellt hat.

Shopware 5 und RWD

Was die Umsetzung des Responsive Webdesign Ansatzes betrifft, ist den Machern von Shopware 5 ein weiterer großer Wurf gelungen. Das neue responsive Default-Theme ist ausgesprochen clean und in zeitgemäßem Flat-Design gehalten. Daher kann es für eigene Entwürfe sehr unkompliziert angepasst werden.

Zudem ist es technisch sehr sauber umgesetzt worden, so dass Entwickler gleich loslegen können – und nicht erst herstellerseitige Schnitzer und Ungereimtheiten ausbügeln müssen. Die Usability auf mobilen Endgeräten fällt tatsächlich so gut aus, wie versprochen: Off-Canvas-Menüs, für Touchgesten optimierte Bedienelemente, fingerfreundliche Buttons, Galerien mit Pinch-to-Zoom und Slider mit Momentum Scrolling sind in Shopware 5 schon standardmäßig an Bord und funktionieren so, wie man es sich vorstellt. Großartig gelungen ist die Umsetzung des RWD-Konzeptes im Adminbereich – insbesondere in der Verwaltung von Einkaufswelten und Storytelling, die sich übersichtlich und unkompliziert für mobile Endgeräte anpassen lassen. “Emotional Shopping on any Device” ist also tatsächlich nicht zu viel versprochen.

Fazit: Das leistet Shopware wirklich

Vor, zum und nach dem Release von Shopware 5 haben die Schöppinger den Mund sehr voll genommen und in der E-Commerce-Szene für reichlich Wirbel gesorgt. Und bei der intensiveren Auseinandersetzung mit der neuen Version des Systems zeigt sich: die große Show war alles andere als viel Lärm um nichts.

Mit Shopware 5 wurde eine E-Commerce-Plattform vorgestellt, die hervorragende Lösungen für die zentralen Probleme der Branche bereithält: ein grundsolides, sehr sauber umgesetztes RWD-Konzept für geräteübergreifende Umsätze im Mobile-Commerce, tief integrierte und sehr leistungsfähige Funktionen für elaboriertes Emotional Shopping mithlfe von Einkaufswelten und Storytelling, onpage-optimierte Templates, umfangreiche eingebaute SEO- und weitere Marketing-Funktionen, eine verbesserte Code-Basis, gute Out-of-the-box-Performance und natürlich alles was sonst zu einem Shopsystem dazugehört, etwa ein reichhaltiges Ökosystem mit nützlichen Erweiterungen. Shopware 5 setzt Maßstäbe und liefert Shopbetreibern genau die Werkzeuge, die sie in einem immer härter werdenden Marktumfeld benötigen.

Emotional Shopping: Kunden online begeistern

Emotional-Shopping

Wie behauptet sich ein Onlineshop inmitten eines immer härter ausgetragenen Wettbewerbs? Der Preiskampf im E-Commerce ist angesichts der Branchen-Schwergewichte – insbesondere Amazon – immer schnell entschieden. Doch auch online gilt: Es zählt nicht nur der Preis allein. Zwar ist Onlineshopping durchaus nicht dasselbe wie das Einkaufen in begehbaren Geschäften – aber die Unterschiede fallen auch wieder nicht so grundlegend aus, wie manchmal behauptet wird. Denn Kaufentscheidungen haben sehr, sehr viel mit Emotionen zu tun. Und das gilt offline wie online.

Shopping = 70% Bauch + 30% Kopf

Immer wieder wird in der Marketing-Szene daran erinnert, dass 70 Prozent aller Kaufentscheidungen aus dem Bauch heraus getroffen werden. Und an diesen 70 Prozent arbeitet sich die Branche seit jeher mit allen Tricks ab. Rund um die emotionale Komponente des Konsums wird ein beachtlicher Aufwand getrieben.

Das Buhlen um die Gunst der Käufer läuft fast ausschließlich auf emotionaler Ebene ab. Rational ausschlaggebende Elemente wie Preise, Features oder Inhaltsstoffe spielen in der Werbung keine oder nur eine untergeordnete Rolle. Selbst wenn sie explizit erwähnt werden, geschieht dies innerhalb eines auf emotionale Wirkung angelegten Rahmens.

Auf den Verkaufsflächen des stationären Handels ist die ästhetisch-emotionale Beeinflussung der Kunden längst angekommen. Das hat dazu geführt, dass aufwendig designte Werbewelten aus den Schaufenstern bis ins Innere der Ladengeschäfte ausgedehnt, gestalterische Gesamtkonzepte bis ins Detail ausgearbeitet wurden und sehr viel Aufwand getrieben wird, um einmalige Einkaufserlebnisse zu kreieren. – Und online?

Emotional Onlineshopping?

Auch beim Emotional Shopping im Internet geht es darum, die in einem Onlineshop zur Verfügung stehende – aus Pixeln beziehungsweise wenigen Quadratzentimetern bestehende – Fläche zu einem ansprechenden “Rahmen” für das Einkaufen zu machen. Auf diese Weise kann man bestimmte, Ambiente und Stimmung prägende Aspekte hervortreten lassen und gezielt anregende Impulse und Kaufanreize setzen.

Das einmal geweckte Interesse eines Nutzers kann zudem durch interaktive Beratung oder andere Angebote regelrecht gefesselt werden. Doch im Online-Bereich wird nach wie vor in vielen Shops nicht viel emotional Anregendes geboten. Das gute Bauchgefühl, was in einem Ladengeschäft vielleicht schon durch die Musik oder das Ambiente entstanden wäre, müssen die Kunden online zumeist selbst mitbringen und nach dem Checkout von einem Einkaufserlebnis zu sprechen, wäre in den allermeisten Fällen ziemlich übertrieben.

Möglichkeiten und Grenzen

Was aber müssen Online-Händler tun? Die besonderen Qualitäten von Offline-Kauferlebnissen im Shop abbilden! – so lautet die oft gegebene, griffige und zunächst ja auch durchaus einleuchtende Antwort. Aber bei genauerem Hinsehen wird deutlich, dass diese Formel die Dinge dann doch etwas zu einfach aussehen lässt.

Sicherlich gilt es, sich bestimmte Aspekte aus dem stationären Geschäft online in veränderter Form zunutze zu machen. Aber es ist und bleibt ein grundlegender Unterschied zwischen den jeweiligen Möglichkeiten bestehen. Viele Aspekte des Emotional Shopping bleiben schlichtweg dem Offline-Bereich vorbehalten (etwa der unmittelbare persönliche Kontakt, ausgeklügeltes Geruchsdesign oder die Möglichkeit, neue Schuhe gleich anzubehalten) – andere Kniffe dagegen sind nur online möglich.

Gezielt positive Emotionen wecken…

Humor ist eine sehr direkte – in manchen Zusammenhängen allerdings eine allzu direkte Art und Weise, Emotionen zu wecken. Wem es gelingt seine Kunden an der passenden Stelle zum Lachen zu bringen, der sorgt damit unmittelbar für gute Kauflaune. Aber viele Komponenten für gelingendes Emotional Shopping funktionieren eher indirekt.

Damit die oftmals sehr subtile Beeinflussung von Emotionen der Käufer gelingen kann, ist nicht zuletzt eines sehr wichtig: direkte Kaufargumente wie besondere Eigenschaften eines Produkts sollten gerade nicht auf den ersten Blick explizit dargestellt werden, da Kunden damit unweigerlich auf eine rationale Ebene geführt werden.

Es geht vielmehr darum, Produkte geschickt und wirkkräftig zu inszenieren. Bilder spielen hierfür eine ganz wichtige Rolle – und zwar nicht bloße Bilder der Produkte, sondern Bilder, die für eine bestimmte Atmosphäre sorgen, die eine gewünschte Stimmung entstehen lassen oder auf denen ein Produkt in einen über die beschreibbaren Produkteingenschaften hinausweisenden Kontext eingebettet ist.

Eine Armbanduhr ist beispielsweise noch weit mehr als ein modischer Zeitmesser, wenn sie am sonnengebräunten, lässig um weibliche Hüften gelegten Arm eines Mannes inmitten eines Urlaubsparadieses zu sehen ist. Auch Bewegtbilder können – insbesondere in Verbindung mit Musik – eine enorme emotionale Wirkung erzielen.

Ganz wichtig ist aber: visuelle und audiovisuelle Inhalte müssen von hervorragender Qualität sein, wenn sie anspruchsvolle Kunden überzeugen sollen. Zudem wirken nur vereinzelt im Shop auftauchende Gestaltungselemente schnell verloren und entfalten so nicht die intendierte Wirkung, während erst eine zusammenhängende und durchkomponierte Einkaufswelt echtes Emotional Shopping ermöglicht. Wie wirkungsvoll die geschickte Verknüpfung von einzelnen Elementen zu ausgeklügelten Marketing-Komplexen sein kann, lässt sich in unserem Beitrag zum Storytelling nachlesen.

…und negative Emotionen vermeiden

Wer bei seinen Kunden erfolgreich positive Emotionen weckt und zugleich an anderer Stelle für Enttäuschung und Ärger sorgt, hat am Ende nichts gewonnen. Daher heißt Emotional Shopping in der Praxis nicht zuletzt: negative Emotionen vermeiden. Und hier schlägt die große Stunde der Usability.

Ein Shop muss nicht nur schön, übersichtlich und auf allen Endgeräten gut zu bedienen sein – er muss auch schnell sein. Ein langsamer Shop mit hakeliger Bedienung, der auf jedem Bildschirm eine Breite von 1080 Pixeln hat, generiert genervte Kunden und sorgt vor allem für “Emotional Bouncing”.

Der Einsatz von Recommendation Engines, die personalisierte Vorschläge unterbreiten, ist zwar prinzipiell auch unter den Gesichtspunkten des Emotional Shopping durchaus anzuraten. Aber hier ist viel Fingerspitzengefühl gefragt: Wer seine Kunden auf Schritt und Klick mit umfangreichen Paletten immer neuer Vorschläge bombardiert, überfordert und verärgert sie mit ziemlicher Sicherheit. Und auch umfangreiche Filternavigationen und komplex-verästelte Kategoriebäume können das schönste Einkaufserlebnis zunichte machen: leere Ergebnislisten und Suchirrgärten sind so ansprechend wie leere Regale.

Was für Shopbetreiber konkret zu tun ist?

Mittlerweile sind auch die Hersteller von Shopsoftware auf die sich aus der Funktionalität ihrer Produkte ergebenden strukturellen Aporien der Nutzerführung aufmerksam geworden, haben darauf reagiert und arbeiten an neuen Funktionen für emotionaleres Onlineshopping.

Die Nase vorn hat dabei derzeit eindeutig Shopware 5. Die aktuelle Version des in Schöppingen entwickelten Shopsystems wurde der Öffentlichekeit nicht von ungefähr mit großem Marketingaufwand und unter der vollmundigen Losung “Emotional Shopping on any Device” vorgestellt. In Shopware 5 wurden responsive Webdesign (RWD) und ein ausgeklügeltes Emotional Shopping Konzept in Form von Einkaufswelten und Storytelling-Funktionalitäten tief in das System integriert.

Aber plattformübergreifend gilt: Ein Onlineshop, in dem ein umfassendes Emotional Shopping Konzept umgesetzt wurde, bietet nicht einfach Produkte an. Er ermöglicht schöne, interessante – vielleicht gar berauschende Einkaufserlebnisse. Allerdings lassen sich nicht mit jedem Sortiment, nicht in jeder Zielgruppe mit der gleichen Intensität – und schon gar nicht auf dieselbe Art und Weise – Emotionen wecken.

Daher ist es auch nicht möglich, allgemeingültigen Patentrezepte oder Checklisten anzuführen. Aber es lässt sich sagen, dass eine zentrale Voraussetzung für gelingendes Emotional Shopping darin besteht, dass man seine Kunden genau kennt und das Gesamtkonzept sehr gezielt auf sie abstimmt. Das jeweilige Shopsystem ist dabei nur Mittel zum Zweck. Aber da es mit dem Einbinden von ein paar schönen Bildern und ansprechenden Texten nicht getan sein wird, sollte die technische Infrastruktur für die Umsetzung eines Emotional Shopping Konzeptes unbedingt sehr umsichtig ausgewählt und an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden.

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T3DD15 – TYPO3 Developer Days 2015 – Recaps

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Die 10. TYPO3 Developer Days T3DD fanden am 16.-19.07.2015 in der Jugendherberge Nürnberg statt – einer richtigen tollen Lokation.

Das pluswerk war natürlich auch zahlreich vertreten und hat für Euch dieses spannende und inspirierende Event in einigen Recaps zusammengefasst.

TYPO3 Developer Days 2015 Recap

anders und sehr, pluswerk Stuttgart

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Hier geht’s zum Blog-Artikel…

T3DD15 – Google Cloud, Solr Search, Google PageSpeed Erfahrungen gesammelt

Marit AG, pluswerk München

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Hier geht’s zum Blog-Artikel…

 

web & mobile DEVELOPER 08 / 2015 – PHP Framework Yii 2.0

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Die aktuellen Ausgabe des “web & mobile DEVELOPER” Magazin 08/2015 enthält einen Artikel von Patrick Lobacher zum Thema “Yii 2.0″

PHP Framework Yii 2.0

Egal welchen Framework-Vergleich man in den letzten zwei Jahren bemüht – fast immer landet das PHP-Framework Yii auf dem ersten Platz. Und das oftmals weit vor Symfony, Laravel, Cake PHP und Zend Framework. Grund genug, sich Yii einmal genauer anzusehen, um herauszufinden, woher die Faszination kommt.

Ich wünsche allen Leser viel Spaß beim Lesen des Artikels und freue mich bereits jetzt auf das zahlreiche Feedback!

Magazin: web & mobile DEVELOPER
Ausgabe: 08 / 2015
Erscheinungsdatum: 10.07.2015
Verlag: Neue Mediengesellschaft Ulm mbH
Website: http://www.webundmobile.de/

 

TYPO3 Neos Handbuch (wahrscheinlich) erst 2016

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Bereits seit Monaten angekündigt, wird das TYPO3 Neos Handbuch nun doch nicht zeitnah (2015) erscheinen können. Persönlich finde ich dies extrem schade – denn einerseits habe ich bereits sehr viele Stunden, Tage, Wochen und Monate in dieses ambitionierte Projekt gesteckt und andererseits warten darauf bereits viele interessierte Leser und haben dies eventuell sogar schon beim Buchhändler ihres Vertrauens vorbestellt.

Aber was sind die Hintergründe für diese Entscheidung? Tatsächlich ist dies – wenn man alles Aspekte betrachten möchte – recht komplex. Daher hier eine Auflistung einiger (und sicherlich nicht aller) Aspekte. Jeder einzelne davon hätte sicherlich keine oder kaum Auswirkung auf das Buch-Projekt gehabt. In der Summe aber leider doch.

Der Split

Am 18.05.2015 hat die TYPO3 Association und das Neos Team bekannt gegeben, dass man fortan getrennte Wegen gehen möchte. Grundsätzlich möchte ich den Split hier an dieser Stelle unkommentiert lassen, aber er hat eine wichtige Auswirkung auf die Marke “Neos” – denn der Zusatz “TYPO3″ fällt nun weg. Gerade dieser ist aber in der Szene eingeführt und bekannt und hätte dafür sorgen können, dass eine relevante Anzahl an Büchern verkauft hätte werden können.

Der Verlag – genauso wie ich – sind aber der Meinung, dass die Marke “Neos” zur Zeit nicht genügend Relevanz hat, um mehr als vielleicht ein paar 100 Bücher zu verkaufen – bei dieser Größenordnung lohnt sich ein Engagement eines Verlags schlicht nicht.

Meine Hoffnung ist, dass die Relevanz für Neos in Zukunft steigen wird – letztlich leiste ich mit meinen Vorträgen, Schulungen, Präsentationen und Publikationen auch einen kleinen Beitrag dazu – dies wird aber bis mindestens 2016 (so die Meinung von Verlag und mir) dauern. Daher macht aus dieser Sicht ein Buchprojekt frühestens 2016 Sinn.

Der Brand

Während der Name früher mit “TYPO3 Neos” gesetzt war, scheint mir nun etwas Unsicherheit in diesem Bereich vorzuherrschen. Ist “Neos CMS” wirklich der finale Name der nächsten – sagen wir – 3-5 Jahre? Oder wird dort eventuell das “CMS” getilgt, weil der Markt sich eher in Richtung CME (Customer Experience Management), COPE (CreateOncePublishAnywhere) oder ähnliches entwickeln wird? Oder wird gar der Zusatz rausgelassen und nur noch “neos” verwendet, wie man bislang in der Diskussion um den Brand vermuten könnte?

Zudem muss dann noch ein entsprechends Logo gefunden werden. Momentan existiert lediglich ein Skribble als Übergangslösung. Will man aber auf das Projekt referenzieren (wie ich es beispielsweise in meinem Vortrag auf der International PHP Conference vor ein paar Wochen gemacht habe) bleibt einem nichts anderes übrig, als dieses zu verwenden (wohl wissend, dass es nicht final ist – es ist aber ohne Alternative bisher).

Während das Logo für eine Buchpublikation “lediglich” für das Cover von Bedeutung ist, findet sich der Name aber auf jeder Seite im Buch. Daher müsste das Buch sowieso warten, bis dieser Prozess abgeschlossen ist, denn es erzeugt kein Vertrauen, wenn im Buch ständig von einem Produkt die Rede ist, dass nun anders heißt. Und da es für die Namensfindung keinerlei (kommunizierte) Timeline gibt, ist das erstmal auf “unbestimmte Zeit”. Ich persönlich denke/hoffe auf ein finales Statement von Neos-Team im August/September.

Der Namespace

Neos CMS verwendet im Quellcode an nahezu jeder Stelle (PHP-Klassen, TypoScript, FlowQuery, Yaml, …) sogenannte Namespaces. Dazu wird der Vendor-Namespace (zur Zeit noch “TYPO3″) und der Package-Namespace (z.B. “Neos”) zu “TYPO.Neos” addiert. Hier würde es sich z.B. zu “Neos.CMS” ändern oder eben zu einem anderen Namen. Dieser Code wird schließlich auch im Buch abgedruckt.

Im Zuge der Namensänderung muss dieser Namespace in jeder einzelnen Datei angepasst werden. Während es für den Entwickler sicherlich (oder sagen wir “hoffentlich”) Migrationstools geben wird, welche diese Änderung ohne Eingriff des Users automatisch vornehmen können, kann man von einem Leser natürlich nicht verlangen, dass er/sie im Kopf “alte” mit “neuen” Namespaces austauscht, während versucht wird eine komplett neue Technologie zu lernen (und niemanden neben sich sitzen hat, der solche Fehler schnell bemerkt).

Das Skript muss also in einem Zustand sein, dass eine Änderung im Release-Zyklus eines Buches (1-3 Jahre) nahezu ausgeschlossen ist – zumindest auf so breiter Front.

Auch hier ist es noch zu keiner Einigung gekommen und wird immer noch diskutiert.

Der Release

Auf der Inspiring Conference dieses Jahr (26.-28.03.) wurde der neue Release 2.0 ein paar Wochen später in Aussicht gestellt. An anderer Stelle hieß es dann “auf jeden Fall Q2/2015″. Erschienen ist die Version aber bis heute nicht (obwohl es natürlich langsam spannend wird, nachdem nun am 07.07. die 2.0 beta5 veröffentlicht wurde).

Grundsätzlich halte ich es überhaupt nicht für falsch, einen Release erst dann zu veröffentlichen, wenn er stabil und möglichst fehlerfrei ist. Andererseits fehlt bei solch einem Vorgehen (“It’s done when it’s done”) die Planungssicherheit für Kunden und Agenturen – aber ganz besonders auch für Verlage.

Dies mag im Zeitschriften-Segment noch anders sein (hier kann auch ein Artikel zu einer Beta oder Alpha Version veröffentlich werden) – im Buch-Sektor wäre dies ein absolutes NoGo.

Da aber die Version 2.0 einen Major-Release darstellt, kann seriöserweise erst nach dem veröffentlichten Release mit dem Schreiben begonnen werden. Denn ansonsten läuft man Gefahr, Teile wieder umschreiben zu müssen. Ich persönlich hatte schon mehr als die Hälfte des Buches fertig geschrieben, dies hing aber damit zusammen, dass ich ursprünglich von der Version 1.3 ausgegangen war, die für letzten Dezember versprochen wurde. Dieser Tag wurde ja dann in Q1/2015 zu 2.0 geändert.

Man könnte nun argumentieren, dass man sich die Arbeit als Autor halt dann doppelt machen könnte (also bei einer Veröffentlichung der Version alle Seiten nochmals überarbeiten und mit den Changelogs vergleichen bzw. anpassen) – aber das ist am Ende ein Aufwandsproblem. Wenn man dazu noch weiß, dass ein Autor im Schnitt um die 1,00 EUR (je nach Verkaufspreis) pro verkauftes Buch bekommt und dann (zur Zeit) vielleicht gerade einmal 100-200 Leute das Buch kaufen werden, dann wird man möglichst wenig Zeit mit vermeidbarer Arbeit verbringen wollen.

Der Verlag

Ursprünglich sollte das Buch im O’Reilly Verlag erscheinen – aber O’Reilly Deutschland wurde bedauerlicherweise geschlossen und deren Verlagsgeschäft an den dpunkt.verlag übergeben (Pressemitteilung). Bei dieser Veränderung wäre das Buch-Projekt vom dpunkt.verlag aber durchaus weitergeführt worden (was nicht bei allen O’Reilly Projekten der Fall war) – der Verlag sieht aber von einer Veröffentlichung (unter Berücksichtigung der obigen Fakten) vor 2016 ab. Erst dann kann seriöserweise abgeschätzt werden, wie sich der Markt entwickelt hat und ob das Produkt dann zuverlässig, stabil genug und relevant für eine Publikation ist.

Was nun?

Um ehrlich zu sein – ich weiß es nicht. Ich bin nun erst mal “leer”, weil ich monatelang immer wieder in jeder freien Minute an diesem Projekt gearbeitet habe und nun sehe, dass die ganze Energie nicht zu einem fertigen und von vielen erwarteten Produkt geführt hat. Das macht einen erstmal ganz schön platt.

O’Reilly/dpunkt.verlag haben mir aber die Nutzungsrechte für das bisherige Manuskript zurückgegeben, sodass ich über eine eigene Veröffentlichung (also “Selbstverlag”) nachdenken kann. Tatsächlich wollte ich mich mit dieser Thematik erst zum Jahreswechsel 2015/2106  befassen, aber die Ereignisse haben sich hier überholt.

Bei einer eigenen Veröffentlichung kann ich mit dem Thema “Manuskript” komplett anders umgehen – es gäbe beispielsweise die Möglichkeit, das Buch (elektronisch) auch schon vor der Namespace-Änderung zu veröffentlichen und dann eine entsprechende Aktualisierung an alle Käufer umsonst hinterherzuschicken, sobald diese vollzogen ist. Geht man dann noch auf POD (Print on Demand) könnte sich das Buch jeder ausgedruckt bestellen, der es als Papier-Buch besitzen möchte – aber ich habe hier kein Risiko was Druck und Lagerung bzw. Logistik betrifft.

Gebt mir also bitte etwas Zeit, die Fakten zu sortieren und mich mit dem Thema Selfpublishing auseinander zu setzen. Aus dem Gefühl heraus würde ich diesen Weg gerne gehen, sodass wir noch dieses Jahr ein Neos Buch haben sollten.

Ich glaube stark an das Produkt Neos und ich glaube auch daran, dass ein vernünftiges Einsteiger-Buch zu diesem Thema der Relevanz einen ordentlichen Schub geben würde – daher darf es eigentlich kein Weihnachten 2015 ohne Neos-Buch auf dem Gabentisch geben 😉

VG Patrick 

 

 

Interview: Digitales Workout – NETZWIRTSCHAFT.NET

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NETZWIRTSCHAFT.NET ist ein Fachmagazin für Digitalschaffende und erscheint einmal in der Woche per E-Mail.

Als Branchenmagazin richtet sich NETZWIRTSCHAFT.NET an Digitalschaffende aller Art, zum Beispiel an

  • Business Developer
  • Online-Marketers
  • Online-Redakteure
  • Web- und App-Designer
  • Developer

Interview

Patrick Lobacher hat in der Reihe “Digitales Workout” ein Interview zum Thema Digitalisierung und zur Digitalwirtschaft ansich gegeben – viel Spaß damit!

http://netzwirtschaft.net/interview-patrick-lobacher-pluswerk/

Recap: GULP ProMaDays 2015

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IMG_3927Vom 02.-03.07.2015 fanden die 3. GULP ProMaDays 2015 im Favorite Parkhotel in Mainz statt.

GULP bietete hier zwei Tage voller Informationen, Wissenstransfer und Networking mit Fachkollegen im exklusiven Kreis, und das auf höchstem Niveau.

Vorträge

Die Veranstaltung stellt für IT- und Engineering-Projektverantwortliche erneut eine optimale Plattform dar, um sich über aktuelle Trends und Neuigkeiten in allen Bereichen des Projektmanagements zu informieren.

  • Agil, klassisch oder hybrid
  • Best Practice-Beispiele aus IT- und Engineering-Projekten
  • Mitarbeiter- und Teamführung im agilen Projekt
  • Verhandeln, Überzeugen und Durchsetzen im Projekt.
  • Soft- und Hard Skills für Projektleiter

Die Agenda findet sich hier, die Vorträge als PDF-Download hier.

Referenten

Auch dieses Jahr standen professionelle Referenten aus renommierten Unternehmen zur Verfügung:

  • Accenture
  • Plaut Business Consulting GmbH
  • Basler Versicherung AG
  • msg systems ag
  • Conessent Consulting GmbH
  • COPARGO GmbH
  • crazyALEX.de GmbH
  • +Pluswerk AG
  • DB Systel GmbH

Socialising

Das Abendprogramm fand auf dem Hofgut Laubenheimer Höhe statt. Ein grandioser Ausblick über die gesamte Mainzer Region, traumhaftes Wetter, leckeres Essen und spannende Gespräche mit den Teilnehmern – mehr geht nicht. Ein unvergesslicher Abend.

Keynote

Wir hatten die Ehre, die Keynote für die Veranstaltung zu stellen.

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Vielen Dank noch einmal an GULP hierfür. Patrick Lobacher hat sich für den folgenden Vortrag entschieden:

Von Scrum und Tütensuppen – Warum Scrummaster die besseren Köche sind

Gerade im Bereich der IT gehört tägliches Lernen zur wichtigsten Eigenschaft um zu überleben. Das alleine reicht aber lange nicht – denn der Weg vom Lehrling zum Meister ist steinig und lang. Nur wer akzeptiert, dass zum Beherrschen von Scrum, Kanban, RWD oder irgendeiner anderen Technologie mehr gehört, als das bloße Auswendiglernen von Fakten, wird am Ende damit erfolgreich sein. Und wer nicht damit erfolgreich ist, wird – mit etwas Abstand – erkennen, dass dies oftmals selbst verschuldet ist. Aber was hat das alles mit Kochen zu tun? Mehr als Sie denken…


Closing

Auch das Closing wurde von Patrick Lobacher durchgeführt – passend zum Ende der Veranstaltung mit folgendem Thema:

Retrospektiven – richtig durchgeführt

Retrospektiven werden in agilen Prozessen oftmals sehr stiefmütterlich behandelt. Kein Wunder – schließlich geht es ja um Leistung und Produktivität und nicht darum, nette Unterhaltungen zu führen. Doch dieses falsche Bild der Retrospektive gehört schleunigst zurecht gerückt – steckt doch dort ein großer Schatz verborgen, den es zu heben gilt. Denn Retrospektiven beherbergen ein sehr großes Potential und sind essentiell für den Erfolg agiler Projekte. Als Abschluss der GULP ProMaDays wollen wir uns diese in einer praktischen Retrospektive einmal Revue passieren lassen, um dabei die Elemente und Dynamiken plastisch zu erfahren.


Fazit

Vielen Dank an die “Gulpies” für diese hochprofessionell organisierte und extrem spannende Veranstaltung zu der wir nächstes Jahr sehr gerne wieder kommen werden! Gerne auch wieder als Speaker…

Was ist Storytelling – und ist das wichtig?

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Storytelling ist ein typisches Buzzword – aber was genau verbirgt sich dahinter? Lässt sich das überhaupt bestimmen? Jetzt mehr darüber lesen!

Storytelling: Was steckt hinter dem Buzzword?

Der Begriff ‘Storytelling’ ist in der aktuellen E-Commerce- und Online-Marketing-Szene allgegenwärtig. Und zwar so sehr, dass er einigen bereits auf die Nerven geht. Warum eigentlich wird derzeit in allen möglichen Zusammenhängen vom Geschichtenerzählen gesprochen? Der Begriff ‘Storytelling’ erweist sich seit geraumer Zeit als geradezu virulent – aber handelt es sich dabei lediglich um einen Hype oder kurzlebigen Trend? Was verbirgt sich hinter dem Buzzword?

In einem Wort: allerhand. Die Relevanz dieses Themas kann man wohl gar nicht zu hoch einschätzen – allerdings meinen längst nicht alle dasselbe, wenn sie über Storytelling reden. Inzwischen ist es nicht mehr ganz einfach, sich einen Überblick über die aktuelle Diskussion zu verschaffen. Es wird also Zeit, etwas Ordnung in einen unübersichtlich gewordenen Bereich zu bringen. Fangen wir an.

Start with “Start with Why”

Aber wo und wie fangen wir an? Storytelling als beschreibbares Phänomen ist im Kommunikations- und Marketing-Bereich nicht erst mit der Einführung des Begriffes ‘Storytelling’ aufgetaucht. Letztlich ist eine Geburtsstunde auch nicht genau auszumachen. Es bleibt aber festzuhalten, dass der Ursprung der aktuellen Storytelling-Debatte nicht selten bei Simon Sinek verortet wird, der – dem kollektiven Gedächtnis der Branche zufolge – mit seinem TED-Talk “Start with Why” und dem gleichnamigen Buch den Anstoß zur Diskussion um das Storytelling gelegt haben soll.

Es lässt sich für oder gegen diese Sichtweise argumentieren. Wichtig ist: tatsächlich findet sich bei Simon Sinek ein elementarer Gedanke, der eng mit der später entstandenen Storytelling-Hochkonjunktur zusammenhängt: Wer interessieren, begeistern, beeinflussen und damit Erfolg haben will, darf sich dabei nicht in erster Linie auf das Was konzentrieren.

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Sineks “Golden Circle” kehrt das oft strapazierte Schema Was–Wie–Warum einfach um: Warum–Wie–Was. Das heißt: das Was hat in der Kommunikation mit emotionaler Relevanz nicht im Vordergrund zu stehen, sondern ist drittrangig. Entscheidend ist das Warum – und auch das Wie ist in diesem Zusammenhang wichtiger als der vermeintliche “Kern” der Sache. Es kommt demnach darauf an, zu vermitteln, warum man etwas tut, dabei sehr genau darauf zu achten, wie man das vermittelt – was man eigentlich tut, ist unter Marketing-Gesichtspunkten nicht so zentral, wie oft angenommen wird.

Ist das so neu?

Aber was ist daran so neu? Alle wissen, dass es im Marketing auf weit mehr ankommt, als die Übermittlung von nackten Fakten. Alle wissen, dass man Menschen nur erreichen und überzeugen kann, wenn man emotionale Momente an der Kommunikation beteiligt – und nicht rein rationale Botschaften aussendet. So auch Simon Sinek – aber er hat darauf hingewiesen, dass der größte Teil der Unternehmenskommunikation sich weiterhin auf das “Was” konzentriert und alles, was darüber hinausgeht, den harten, trockenen Fakten unterordnet. Er sagt: die emotionalen Aspekte sind im Marketing eben nicht als schmückendes Beiwerk oder als Mittel zum Zweck zu betrachten: alles dreht sich um sie und alles hängt von ihnen ab.

Simon Sinek wiederholt es immer und immer wieder: “People don’t buy what you do; they buy why you do it”. Wer sich oder etwas präsentiert und will, dass wirklich hängen bleibt, was er sagt, darf sich nicht dabei aufhalten, was er tut oder worum es sich handelt. Wichtig ist nicht-explizites Kommunizieren, das prinzipiell offen bleibt. Nicht Antworten auf ungestellte Fragen geben, sondern ein Spiel von Fragen und Antworten evozieren. Es geht nicht darum, lückenlose, vollständige, fertige “Kommunikate” in den Raum zu stellen. So etwas interessiert niemanden. Es geht hier gerade nicht um Informationen, sondern um alles um sie herum. Auf Seiten der Empfänger müssen Prozesse wie Verstehen, Interpretation, das Entstehen eines besonderen Bewusstseins stattfinden können.

Dabei geht es um weit mehr als mnemotechnisch relevante, “reichere Gedächtnisspuren”. Denn auf die genannte Weise lässt sich der fruchtbare Boden von Interesse und Emotionen bereiten, auf dem Informationen schließlich Wünsche, Vorlieben, Meinungen, Einstellungen und Entscheidungen beeinflussen und verändern. – Und auch wenn hier weder vom Erzählen noch von Geschichten die Rede war, sind wir mit diesen Überlegungen bereits mitten im viel diskutierten Bereich “Storytelling” gelandet.

Warum “Storytelling”?

Aus der Literaturwissenschaft entlehnt und im Bereich der Kommunikationstheorie weiterverwendet hat der Begriff “Storytelling” Einzug in die Marketing-Szene gehalten und erlebt dort seither eine beispiellose Konjunktur. Auf seinem Weg in die aktuelle Marketing-Welt hat der Begriff sich allerdings immer weiter von den “Stories” und dem “Telling” im eigentlichen Sinne entfernt. Auch unter Marketing-Gesichtspunkten schließt Storytelling Geschichten mit Figuren und Handlung oder das Erzählen durch eine Erzählinstanz keineswegs aus – aber es setzt weder das eine noch das andere voraus. Und wohl auch aus diesem Grund hat sich ein enorm unscharf konturierter Bereich von Ideen und Konzeptionen entwickelt, die allesamt dem Begriff ‘Storytelling’ zugeordnet werden. Was aber soll Storytelling sein, wenn es ohne Geschichten und ohne Erzählen auskommt?

Was hat Storytelling mit dem Erzählen von Geschichten zu tun?

Storytelling ist längst nicht immer Geschichtenerzählen – aber auch ohne eine Geschichte im eigentlichen Sinne und ohne einen wirklichen Akt des Erzählens hat es ein zentrales Moment mit dem althergebrachten Erzählen von Geschichten gemein: Erfahrbarkeit. Denn auch dem Großvater im Lehnstuhl als dem Urbild des Geschichtenerzählers geht es nicht darum, einen bestimmten Sachverhalt zusammenfassend darzulegen, sondern darum, seinen Zuhörern eine Erfahrung zu ermöglichen. Dabei kann es sich um eine belustigende, eine abschreckende, eine unheimliche, eine aufrüttelnde, eine schöne, eine verstörende, eine langweilige oder um eine komplex zusammengesetzte Erfahrung handeln.

Ob eine Geschichte zur Unterhaltung, zur Belehrung oder zur Selbstdarstellung erzählt wird: die Rezipienten werden dabei Erfahrungen machen – und zwar sehr individuelle Erfahrungen. Indem man im Marketing von der Übermittlung von bloßen Informationen absieht, gelangt man in einen damit eng verwandten Bereich möglicher individueller Erfahrungen. Wir kommen der Sache also langsam näher: Storytelling als Marketing-Technik hat individuelle Erfahrungen zum Ziel. Aber mit welchen Mitteln, wenn nicht mit erzählerischen?

No Story, no Telling?

Man kann darüber streiten, ob der Begriff “Storytelling” überhaupt noch zu den Techniken passt, die er im Marketing-Bereich mittlerweile bezeichnet. Die Argumente dagegen liegen auf der Hand: “Wo ist denn die Geschichte?” “Wer erzählt denn hier?”. Rückendeckung erhält das Storytelling als feste Größe in der Marketing-Debatte dagegen aus der “Narratologie”, einem umfangreichen, interdisziplinären Forschungsfeld (ursprünglich mit literaturwissenschaftlichem Schwerpunkt), das sich der Erforschung des Erzählens in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen widmet.

Jahrzehntelang galt unter Narratologen der Satz “Jemand erzählt jemandem etwas” als unhintergehbarer Kern allen Erzählens. An der Schwelle zum 21. Jahrhundert wurde der Begriff ‘Erzählen’ unter Narratologen allerdings noch einmal kritisch beleuchtet, so dass mitllerweile auch ein an experimentellen Texten und multimedialem Erzählen orientierter, weiter gefasster Erzählbegriff kursiert. Und der passt ganz ausgezeichnet in die Marketing-Debatte unserer Tage. Erzählen besteht demnach letztlich in der Reihung und Verknüpfung von Elementen zu Zusammenhängen – seien dies sprachliche Einheiten, Bilder, Bewegtbilder, Töne und Geräusche oder etwas anderes.

Elementares Erzählen, granulare Geschichten

Betrachtet man das Erzählen auf einer derart elementaren Ebene, ist es nur noch ein Schritt, in ganz unterschiedlichen, formal offenen Reihungen “Geschichten” zu erkennen und zu beschreiben. Und siehe da: Narrativität lässt sich bis in die Psychologie und die Tiefen unserer Persönlichkeit verfolgen. Und auch das, was wir Identität nennen, lässt sich sehr gut als narrativ verfasst beschreiben – wenn auch ohne Geschichte und ohne Erzähler. So gesehen ist es wirklich höchste Zeit, dass diese Aspekte in der Marketing-Welt in ihrer ganzen Tragweite verstanden und diskutiert werden. Ob man es am Ende “Storytelling” nennt oder nicht: hier geht es um grundlegende und zentrale Fragen rund um Kommunikation und Kognition – ganz abstrakt und zugleich sehr konkret.

Wir funktioniert Storytelling als Marketing-Technik?

Wie aber wird aus dem Aneinanderreihen von irgendwelchen Dingen eine emotionale Erfahrung? Was heißt es konkret, wenn Storytelling als Marketing-Technik als gezielte Reihung und Verknüpfung unterschiedlicher wirksamer Momente verstanden wird? Scheinbar ist damit ja noch nicht viel Brauchbares gesagt. Aber wenn man sich die Momente ansieht, die in Geschichten “wie sie im Buche stehen” oder im Kino zu sehen sind, den Fundus an klassisch-erzählerischen Mitteln als Steinbruch nutzt, sieht das schon anders aus.

Denn schon immer sind im Erzählen von Geschichten Elemente wirksam, die in den unterschiedlichsten Kommunikationssituationen zum Tragen kommen: Erwartung, Überraschung, Veränderung, Spannung, Konflikte, Offenheit, Anfang und Ende – um nur einige zu nennen. Unter Marketing-Gesichtspunkten geht es beim Storytelling darum, bestimmte, aus dem traditionellen Geschichtenerzählen bekannte Verfahren und Elemente in strukturell ganz anders organisierte Diskurse einzuflechten.

Auf diese Weise entstehen keine langweiligen Botschaften in Form von Empfehlungen in eigener Sache (“Wir sind…” “Dieses Produkt kann…”), sondern kommunikative Komplexe, die weit über ihren tatsächlichen “Inhalt” hinausweisen und echte Erfahrungen ermöglichen. Dabei kann auch der Kontext der jeweiligen kommunikativen Situation eine sehr wichtige Rolle spielen – immerhin bildet er den Rahmen für die evozierten Erfahrungen.

Es geht also darum, Emotionen zu entfesseln, Erlebnisse zu entfalten und im Adressaten ein Spiel zu eröffnen, das dieselben Wirkungen zeitigen kann wie das Erzählen einer Geschichte. Aber man sollte sich keine fertige Geschichte ausdenken und erzählen wollen. Erfolgreich kommunizierende Marken erschaffen nicht mehr einfach ein bestimmtes Bild von sich. Das funktioniert nicht mehr. Sie müssen dafür sorgen, dass die Leute sich ein bestimmtes Bild von ihnen machen.

Storytelling 2.0?

Das Internet bietet nicht nur unzählige Wege, die Aufmerksamkeit von Menschen zu erregen und zu fesseln – es bietet auch unzählige Möglichkeiten, übersehen, überhört und ignoriert zu werden. Daher sind Trends im Online-Marketing weit mehr als bloße Modeerscheinungen – sie entfalten oftmals enormes disruptives Potential.

Längst wird Storytelling auch und gerade im Online-Bereich intensiv diskutiert, was sich auch in neuen Entwicklungen wie dem Dienst Twitter Curator zum Zusammenstellen und Miteinander-Verbinden von Inhalten zu bestimmten Themen oder dem Einkaufswelten-Feature in Shopware 5 widerspiegelt. In gewisser Hinsicht lassen sich die Social Media Kanäle auch als Teilchenbeschleuniger für die Elemente, aus denen Stories entstehen, betrachten. Das “Telling” wird von den Usern geleistet – und so entsteht durch ständiges Teilen, Kommentieren und Weiterspinnen eine “Story”, die sich kein Mensch und kein Marketing-Team der Welt hätte ausdenken können.

Wie funktioniert Storytelling in Online-Marketing und E-Commerce?

Storytelling ist auch und gerade im aus Texten, audiovisuellen Medien und Schnittstellen zur Interaktion bestehenden Internet überall möglich – eben weil es sich dabei letztlich um recht abstrakte Verfahren handelt, die sich in den unterschiedlichsten Zusammenhängen und mit allen möglichen Materialien einsetzen lassen. Warum man in welcher Weise welche Elemente zusammenbringt, hängt davon ab, wen man erreichen möchte. Ebenso wie der Kontext und der oder die Kanäle, in denen man die Versatzstücke für eine sich am Ende wie von selbst erzählende “Geschichte” lanciert.

Im Online-Marketing waren bereits zahlreiche Trends zu beobachten, die man dem Bereich Storytelling zuordnen kann (Social Media Marketing und Content Marketing etwa haben große Schnittmengen mit Storytelling). Und auch in der immer dünner werdenden E-Commerce-Luft wird es zunehmend schwieriger, sich zu behaupten, wenn man seinen Kunden keine besondere “Erfahrung” zu bieten hat.

Ein Onlineshop – und sei er noch so gut sortiert und noch so preisgünstig – hat zunächst das Ambiente eines Discounters: “Hier und hier und hier haben wir diese Artikel. Bitte schnell aussuchen und dann ab zur Kasse”. Das funktioniert – aber wenn die Konkurrenz plötzlich mit Vorzügen Aufmerksamkeit erregen kann, die man aus dem kleinen Laden um die Ecke kennt (“Storytelling” durch ein unverwechselbares, stimmiges und anregendes visuelles Erscheinungsbild, wirklich relevante Informationen, die über die Eigenschaften der Produkte hinausgehen und anderes mehr), wird es immer schwieriger allein mit Sortiment und Service zu punkten. Storytelling wird immer wichtiger – und es entwickelt sich fortwährend weiter.

Wie wird Storytelling in Zukunft aussehen?

Als wichtiger Bereich für qualitatives Wachstum wird Storytelling im Online-Bereich nicht nur immer wichtiger werden, sondern in der Praxis auch immer raffiniertere Formen annehmen. Wohin genau die Entwicklung dabei gehen wird, lässt sich noch schwer abschätzen. Immerhin werden derzeit immer wieder längst ausgediente Altlasten in die aktuelle Diskussion zu diesem Thema hineingetragen. So wird hartnäckig behauptet, Geschichten oder Stories bräuchten einen Protagonisten oder Helden, eine Handlung, Dramatik, eine Moral und sie müssten von einem Erzähler erzählt werden – nämlich einem still harrenden Publikum.

In der aktuellen Marketing-Debatte treffen solche uralten auf progressive Auffassungen von Storytelling aufeinander, was nicht selten für einige Verwirrung sorgt. Aber über kurz oder lang werden sich hier die progressiven Stimmen durchsetzen. Eine zeitgemäße Auffassung von Storytelling als geschickte Verknüpfung von unterschiedlichen Elementen zu erfahrbaren Zusammenhängen eröffnet auch in den Bereichen E-Commerce und Online-Marketing eine verheißungsvolle Zukunft: mehr Atmosphäre, mehr Spannung, mehr Witz – echte Erlebnisse. Und nicht einfach nur Informieren und Einkaufen.

Storytelling auch für Sie?

Wenn wir mit dieser Abhandlung über Storytelling Ihr Interesse wecken konnten, dann sprechen Sie uns an – wir freuen uns auf den Dialog mit Ihnen!

web & mobile DEVELOPER 07 / 2015 – Neos CMS 2.0

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Die aktuellen Ausgabe des “web & mobile DEVELOPER” Magazin 07/2015 enthält einen Artikel von Patrick Lobacher zum Thema “Neos CMS 2.0″

TYPO3 Neos 2.0 – Interessante Funktionen

Knapp eineinhalb Jahre nach dem Start steht das vielversprechende PHP-Open-Source-CMS in der Version 2.0 zur Verfügung. Interessante Funktionen sind in dieses Major Release eingeflossen.

Ich wünsche allen Leser viel Spaß beim Lesen des Artikels und freue mich bereits jetzt auf das zahlreiche Feedback!

Magazin: web & mobile DEVELOPER
Ausgabe: 07 / 2015
Erscheinungsdatum: 15.06.2015
Verlag: Neue Mediengesellschaft Ulm mbH
Website: http://www.webundmobile.de/

 

Developer Week 2015 – Responsive Webdesign in a Nutshell

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Am 15.-18.06.2015 fand in Nürnberg die beliebte Konferenz “Developer Week 2015″ mit mehr als 1500 Teilnehmern  und 200 Sessions statt.

Patrick Lobacher war Track-Chair für den Themenstrang RWD und hat dort einen Vortrag zum Thema “Responsive Webdesign in a Nutshell” gehalten.

Das Buzzword „RWD“ ist nun mittlerweile flächendeckend angekommen. Aber was heißt das konkret? Reicht es, Inhalt hin und her zu schieben, wenn das Display sich verändert, oder ist die Welt des Responsive Webdesigns doch deutlich größer? Und wie setzt man RWD ganz konkret um – in großen und kleinen Projekten, auf Webseiten und auf E-Commerce-Applikationen, auf aktuellen und zukünftigen Devices. Der Vortrag zeigt die ganze Welt des RWD auf und gibt praktische Tipps und Tricks zur professionellen Umsetzung.


Bei Slideshare selbst kann man sich den Vortrag auch als PDF herunterladen.

Viel Spaß damit :-)