SEO: Geschwindigkeit als Rankingfaktor

18.07.2016

Seit dem Jahr 2010 bezieht Google die Ladegeschwindigkeit einer Webseite in den Ranking-Algorithmus ein. Wie in sehr vielen Fällen ist jedoch im Detail unklar, welchen Stellenwert die Ladegeschwindigkeit im Set der rund 200 Rankingfaktoren hat. Zu Anfang sollte sie wohl lediglich im englischsprachigen Raum, also auf Google.com, von Bedeutung sein. Es waren zunächst weniger als ein Prozent der Webseiten von der Ergänzung der Ladegeschwindigkeit als Rankingfaktor betroffen. Doch wirklich präzise Informationen gibt es – wie immer eigentlich – nicht. Und natürlich sellten sich folgende Fragen: Wann ist eine Website schnell genug für Google? Was bedeutet überhaupt schnell? Eine kurze Ladezeit, niedrige Response Time, Größe der Seite oder Download-Geschwindigkeit? Wie kann Geschwindigkeit gemessen und beeinflußt werden?

Grundsätzlich weis man heute, dass eine schnelle Webseite die sogenannte User-Experience positv beeinflusst. Eine ordentliche Geschwindigkeit hat also im Grunde einen dreifachen Wert. Zum einen ist es ein Rankingfaktor per se. Zum zweiten erhöt Geschwindigkeit die User-Experience, was wiederum ein Rankingfaktor ist. Und schlussendlich beeinflusst eine gute Geschweindikgeit nachweislich die Umsatzzahlen des Online-Shops oder die Transaktionsrate einer Website positiv.

Sinnvoller Weise unterscheidet man zwei Arten von Geschwindigkeit: Einerseits die sogenannte Time To First Byte (TTFB), also die Zeit, die der Server braucht, um über-haupt zu antworten. Und zum Zweiten die Zeit die bis zum vollständigen Laden der Seite aus funktionaler Sicht. Möchte man wissen, was als schnell bezeichnet wird kann, so hilft ein Blick auf die Top-Seiten. Eine Studie der Firma Searchmetrics hat 2015 die durchschnittliche Ladezeit in den mobilen Top30 mit 0,80 Sekunden und in den Desktop-Top30 mit 0,87 Sekunden angegeben. Damit wäre zunächst einmal die Frage: „was ist schnell?“ beantwortet.

Nun zur Frage, wie die Geschwindigkeit gemessen und beieinflußt werden kann. Die Antwortzeit des Servers liegt primär an der Serverleistung beim Provider, an der Anbindung und an der Seitenarchitektur. Als Faustregel kann formuliert werden: Je eher der Browser gesagt bekommt, welche Daten er laden soll, desto eher kann er anfangen dieses zu tun. Die Geschwindigkeit bis zum vollständigen Laden der funktionsfähinge Seite liegt an vielen Faktoren. Natürlich spielt wiederum der Server und seine Leistungsfähigkeit eine Rolle. Aber es gibt etliche weitere Faktoren wie: die Anbindung des Servers, die Qualität des Codes, die Bildgrößen und deren Komprimierung, die Komprimierung und Zusammenfassung von Script-Code, der Einsatz von Caching und dergleichen mehr.


Tipp

Prüfen Sie die Geschwindigkeit Ihrer Webseite mit http://www.webpagetest.org/oder vergleichbaren Tools.

Ein guter Startpunkt um Erkenntnisse über Verbesserungspotential im Bezug auf die Geschwindigkeit Ihrer Website zu erhalten ist sicherlich der Pagespeed-Test von Google. Details und Einzelheiten finden Sie unter https://developers.google.com/speed/docs/insights/rules. Weitere Informationen und Hilfestellungen hat Google hier veröffentlicht: https://developers.google.com/speed/.


Auch das Thema Mobilfreundlichkeit geht im Grunde in Richtung Pagespeed

Im Februar 2015 kündigte Google an, dass ab April 2015 die Mobilfreundlichkeit einer Webseite ein Rankingfaktor wird. Mit „Mobildreundlichkeit“ ist die Nutzbarkeit einer Website auf Smartphones gemeint. Im Klartext bedeutet dieses, dass Inhalte einer Domain die nicht für den Zugriff von Mobilgeräten optimiert sind, bei der Suche über ein Smartphone benachteiligt werden. Ferner kennzeichnet Google die Mobilfreundlichkeit einer URL auf den Suchergebnisseiten und warnt so indirekt den mobil suchenden Nutzer über nicht optimierte Inhalte. Siehe nebenstende Abbildung.

Mobile-Darstellung-Rankingfaktor Bedenkt man nun, dass Google ertmals seit 2015 mehr Abfragen von mobilen Endgeräten als von Desktop PCs verzeichnet, so wird klar weshalb für viele Unternehmen auch das Ranking auf mobilen Endgeräten von Bedeutung ist.

Worum es Google bei der Begünstigung von Mobilfähigen Seiten vorrangig ging, wurde Ende 2015 deutlich, als das „Accelerated Mobile Pages Project“ öffentlich wurde. Im Kern ging es um die Geschwin­digkeit der Auslieferung und damit um die übertragene Datenmenge. Denn bei dem Projekt stand vor allem die Kompression und Datenoptimierung von Webseiten im Vordergrund. Einerseits ist dies zwar etwas Paradox, da heute beinahe jeder User über eine schnelle mobile Datenverbindung verfügt. Andererseits gibt es jedoch auch Regionen auf dieser Welt, wo schnelle mobile Datenverbindungen noch nicht erschwinglich oder schlicht nicht vorhanden sind. Und Goolge ist nun mal ein Weltkonzern. Google geht es anscheinend darum, die Verfügbarkeit von schnell abrufbaren Informatio­nen zu belohnen. In diesem Kontext nutzt ein responsives Design nichts, wenn die dabei übertragene Datenmenge der einer Desktop-Seite nahekommt.